Union Fenosa in Nicaragua

Ein Beispiel für das Verhalten eines Konzerns aus Europa

Das spanische Energieunternehmen Union Fenosa kaufte 2000 das Stromverteilungsnetz in Nicaragua. Die Privatisierung der nicaraguanischen Stromwirtschaft war eine Voraussetzung für die Zusage internationaler Finanzhilfen im Rahmen der Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Die Ausschreibung für den Verkauf war vom selben Unternehmen - Union Fenosa - als Berater der Regierung organisiert worden. Beim Kauf waren (als Zeichen der besonderen privatwirtschaftlichen Kompetenz) von Union Fenosa Strompreissenkungen, ein Ende der Stromabschaltungen, und hohe Investitionen in den Ausbau des Stromnetzes angekündigt worden.

Stromzähler von Union Fenosa Alle angekündigten Verbesserungen blieben bis heute aus, der Strompreis stieg deutlich stärker als in anderen Ländern und die Stromabschaltungen nahmen stetig zu. Ab 2006 blieb in vielen Gebieten tagelang der Strom aus, mit allen negativen Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft. Seither wollen Unternehmer, Bürger- und Verbraucherorganisationen die Wieder-Verstaatlichung des Stromnetzes. Als Reaktion darauf forderte Union Fenosa über die multilaterale Agentur für Investitionsgarantie (MIGA, eine Weltbanktochter) von der Regierung Nicaraguas 55 Millionen US-$ als Schadensersatz für entgangene Gewinne in den Jahren 2004 bis 2006 (und natürlich für alle kommenden Jahre). Um die Gewinnmaximierung noch auf die Spitze zu treiben, bezahlte Union Fenosa die Rechnungen der Stromerzeuger im Land nicht oder verspätet.

Wäre im Fall von Union Fenosa oder einem ähnlichen Fall die von den Verbrauchern geforderte Re-Verstaatlichung nach einem Assoziierungsabkommen mit zusätzlichem Investitionsschutz noch möglich?

Aktuelles Infomaterial:


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Eine offizielle Webseite
mit den üblichen bescheidenen Informationen zur aktuellen Entwicklung bei den Verhandlungen (spanischsprachig).
Aktionszeitung
"Europa in Zentralamerika - Weltweiter Wettbewerb auf Kosten von Mensch und Natur" als pdf-Datei (2,15 MB) oder zur Bestellung
Protestpostkarten
an die Verantwortliche innerhalb der EU-Kommision für die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit Zentralamerika - Frau Benita Ferrero-Waldner (pdf-Datei, 118 kB zum Ausdrucken) oder zur Bestellung
Der Aufruf zur Kampagne
als pdf-Datei (30.10.2008)
(pdf für schwarz-weiß-Druck)
Wirtschaftsbeziehungen der EU zu Mittel- und Lateinamerka
Informative Präsentation von Andreas Hetzner (als pdf-Datei, 698 KB)
Reader zum Assoziierungsabkommen
zusammengestellt für ein Seminar vom Ökumenischen Büro
pdf-Datei zum Download
Eine Begründung für die Kampagne
aus Movida 2008
Postkarte und Plakate
zu Auswirkungen eines Assoziierungsabkommens
Weitere Materialien und Hintergrundartikel
zur Kampagne finden Sie hier.